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Europäisch Arbeiten

EUROPÄISCHE VEREINIGUNG DES HOLZBAUS (PDF 88KB)

Holzbau in Europa

Im Gegensatz zu den Stahl- und Betonbauern, verfügen die Zimmerer- und Holzbauverbände auf dem europäischen Markt noch nicht über eine ausreichend schlagkräftige Lobby. Hierfür mangelte es angesichts einer Vielzahl unterschiedlicher nationaler Normen lange Zeit an einer gemeinsamen Sprache, verläßliche Regelungen also, die für das Holzbauwesen in Europa allgemeingültig sind. Zwar ist das "Comité Européen de Normalisation" / CEN (Europäisches Komitee für die Normalisation) seit nunmehr vierzig Jahren damit beschäftigt, ein gemeinsames EU- Normenwerk zu erarbeiten. Aber die Untergruppen, sogenannte "technische Komitees" - darunter achtzehn allein den Holzbau betreffende - entwickeln Normen, die oftmals die spezifischen Eigenheiten der unterschiedlichen europäischen Holzbau-Traditionen nicht ausreichend berücksichtigen. Unter diesem Eindruck haben sich vor fast zehn Jahren Zimmerer- und Holzbauverbände aus Deutschland, Österreich, Luxemburg und Südtirol zur "Europäischen Vereinigung des Holzbaus" / E.V.H. zusammengeschlossen. Die nicht gewinnorientierte Arbeitsgemeinschaft mit Sitz in Luxemburg will den gemeinsamen Weg in die Zukunft des europäischen Holzbaus bereiten. Als jüngstes Mitglied ist Frankreich zur E.V.H. gestoßen. Italien ist der Vereinigung über Südtirol angeschlossen und England genießt Beobachterstatus. Neben der Interessenvertretung der E.V.H.-Mitglieder gegenüber Brüssel hat sich die Vereinigung weitere Ziele gesetzt. Dazu gehört unter anderem, die Beziehungen zwischen den einzelnen nationalen und regionalen Holzbauverbänden - auch zum Zwecke des Erfahrungsaustausches - zu pflegen. Daneben sollen Forschung und Entwicklung ebenso wie der Qualitätsgedanke gefördert werden. Im Rahmen der Aus- und Weiterbildung will die E.V.H. den Lehrlingsaustausch verstärken; Informations- und Arbeitsveranstaltungen oder Berufswettbewerbe für Zimmerer sollen diese Bestrebungen ergänzen. Die Stabstelle Technik, neben der Generalversammlung und dem Präsidium ein Herzstück der E.V.H., bemüht sich unterdessen um Gestaltung und Umsetzung der neuen EU-Normen. Hierzu dienen eine Datenbank mit allen wesentlichen Neuerungen des Regelwerks und ein technisches Wörterbuch, mit dem etwa 10.000 zimmererspezifische Fachbegriffe in vier Sprachen (Deutsch, Französisch, Italienisch und Englisch) übersetzbar sind. Die Fachbegriffe sind zudem vor dem Hintergrund der EU-Normierung erläutert. Die E.V.H. will zusätzlich die Anwendung moderner Kommunikations-Technik in den einzelnen Betrieben fördern. Hierbei spielt das Internet eine herausragende Rolle. Betriebe, die dort mit ihrer Produkt- und Service-Palette präsent sind, haben deutliche Wettbewerbsvorteile. Denn die Angebote können auch an weiter entfernt sitzende Kunden detailliert versendet werden. Diese technische Möglichkeit trifft auf die Tendenz, öffentliche Bauvorhaben in ganz Europa auszuschreiben. Hier sieht die E.V.H große Chancen, dem Baustoff Holz als Alternative zu Stahl und Beton eine größere, europaweite Bedeutung zukommen zu lassen.

Neben der Erstellung des Technischen Wörterbuches und der Datenbank NORMDAT, die eine immer wichtigere Hilfe für europäische Zimmerer- und Holzbaubetriebe werden, hat die E.V.H. in der Vergangenheit auch in ihren anderen Tätigkeitsfeldern Erfolge erzielt. Damit ist auch ihr Bekanntheitsgrad gestiegen, was zu größerem Interesse auch in Ländern geführt hat, die bislang noch keine Mitglieder sind. Am Rande der Internationalen Holzbaumesse im österreichischen Klagenfurt wurde auf eine Anfrage aus der Schweiz beschlossen, dem Land Beobachterstatus zu gewähren. Außerdem wird die Schweiz im Jahr 2002 den "Europäischen Berufswettbewerb für Zimmerer" veranstalten. Darüberhinaus wurde beschlossen, die Aufnahme in die NORMAPME (Europäisches Büro des Handwerks und der Klein- und Mittelbetriebe für die Normung) zu beantragen, da es zu den hauptsächlichen Zielen der E.V.H. gehört, ihren Einfluß auf das europäische Normgebungsverfahren zu erhöhen. Am 29. April 1999 findet im Rahmen des "2. Europäischen Holzbautages" in Leipzig die nächste Generalversammlung der E.V.H. statt.




Abb.: Aufbau eines Holzdaches für die Expo





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